Freitag, 11. Januar 2008

ISOTONISCHE GETRÄNKE

Bier, las ich neulich mit großer Freude, ist ein isotonisches Getränk. Zwar wissen die wenigsten Leute, was ein isotonisches Getränk überhaupt ist, aber es hört sich irgendwie modern und gesund an. Also rein damit. Elefanten, wie die beiden kleinen auf dem Bild, machen es genauso. Nur rüsseln sie kein Sportbier, sondern Modder, Schlamm und Drecksbrühe. Die beiden Drängler habe ich vor einem knappen Monat in Zentralafrika fotografiert, es sind Waldelefanten. Sie sind viel kleiner als die bekannten Savannen-Elefanten - und viel, viel seltener. Doch im Dschungel der Zentralafrikanischen Republik gibt es eine Lichtung, auf der sieht man immer 20, 50 oder sogar hundert davon rumplanschen. Immer. Rund um die Uhr. Sie kommen, weil ihre Blätternahrung ziemlich mineralstoffarm ist. Was dem täglichen Mampf fehlt, gleichen sie aus, indem sie den Dreck auf dieser einen speziellen Lichtung mit dem mineralreichen Boden aufwühlen und ihn sich dann reinziehen. Um die ergiebigsten Schlammlöcher prügeln sie sich. Wirklich erstaunlich. Woher wissen die Tiere, dass ausgerechnet an diesem einen Fleck die Erde so nahrhaft ist? Wie haben sie diesen Platz gefunden? Wie finden sie im dichten Dschungel über hunderte Kilometer dorthin zurück? Woher wissen sie, wann ihr Körper wieder eine Ladung Mineraliendreck braucht? Keiner weiß es so genau...
Die Moskitostiche von der letzten Zentralafrikatour sind zwar noch nicht ganz abgeheilt, aber bald schon geht es wieder los, für eine RTL-Doku über den afrikansichen Regenwald. Vielleicht sollte ich die Elefantenbrühe dort in Flaschen abfüllen und hier als teuren Gesundheitsdrink raushauen? Isotonisch natürlich.

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