Mittwoch, 28. Mai 2008

FIESES ANGEBOT

Sylt ist ja echt eine prima Insel: Meer, Strand - und am vergangenen Wochenende sogar noch Sonne dazu! Toll! Da radelt man dann durch die Dünen nach List - bis der kleine Hunger kommt. Also Stopp bei der vielleicht berühmtesten Fischbrötchenbude Deutschlands: Bei Gosch. Und dann wird man stinkesauer, denn die preisen da doch tatsächlich Haifilets an! Da dachte man, so langsam hätte nun auch der langsamste Merker mitbekommen, dass Haie kein Futterfisch sind, da viele Arten vom Aussterben bedroht sind und im Ökosystem Meer eine besonders wichtige Rolle spielen. Und dann verscherbelt ausgerechnet diese Nobelfischbude, die Filialen im ganzen Land hat, Haifilets! Liebe Goschs: Bitte, bitte, verkauft keine Haie mehr, denn bedrohte Arten gehören nicht auf den Teller! Ihr würdet es doch auch komisch finden, wenn die Frittenbude nebenan plötzlich Tiger-Steaks anbieten würde, oder?
Wer mithelfen möchte, die Haie zu schützen, kann dem Hai-Bräter unter www.gosch.de verbal mal was auf die Flossen geben. Vielleicht - hoffentlich! - hilft es ja...

Montag, 19. Mai 2008

EASY GOING

Alii! So sagt man in Palau "Hallo" und von dort bin ich jetzt zurück in Hamburg, friere und wundere mich, warum hier eigentlich so viele Leute Krawatten tragen. Die machen nicht schlau, sehen nicht gut aus und hängen außerdem immer ins Essen. Und der Kanzlerin würde eine Muschelkette zum Hosenanzug bestimmt auch nicht schlecht stehen. Zumindest modisch können wir von Palau also eine Menge lernen!
Als Beweis kann der Mann auf dem Foto herhalten: Das ist der Präsident der Republik Palau. Ein Typ mit Hawaiihemd, Spiegelsonnenbrille und Muschelkette. Und der Mann, mit dem ich (siehe unten) vor zwei Wochen eine Motorradtour gemacht habe. Das Bild zeigt uns bei meiner Ernennung zum Konsul, formeller als so wird es in Palau fast nie. Immerhin: Wir hatten lange Hosen und Schuhe an, das ist für dortige Verhältnisse schon der Gipfel der Steifheit. Paradiesisch!

Sonntag, 11. Mai 2008

ROCKERPRÄSIDENT

Palau ist mal wieder klasse - abgesehen von diesem doofen Sturmtief, das seit über einer Woche auf unseren Köpfen sitzt und unfassbare Regenmassen auf uns niederprasseln lässt. Zum Glück ist das beim Tauchen relativ egal, da wird man ja eh nass.

An einem ausnahmsweise trockenen Tag war ich mit dem Präsidenten der Republik Palau verabredet - zu einer Motorradtour. Davon habe ich schon viele gemacht, aber so eine noch nie: Der Präsident des Landes ist nämlich auch Präsident des einzigen Motorradclubs von Palau, was, wie er betont, "deutlich mehr Spaß macht und auch länger funktioniert" als sein Amt als erster Mann im Staat. Sein  Motorradclub hat genau zwölf Mitglieder - das sind alle Motorradfahrer des Landes. Es ist ein reiner Harley Davidson Club. Und als ich morgens um acht beim Präsidenten zuhause ankomme, leiht er mir die Harley seines Bodyguards. Der muss auf eines der Polizeimotorräder umsteigen, die natürlich auch auf Beschluss der zweiradverliebten Regierung angeschafft worden sind. Es war eine tolle Tour: Ein Wagen mit Blinklicht vorneweg, der Begleittross sperrt alle Kreuzungen ab, die wir passieren (es gibt in ganz Palau vielleicht ein halbes Dutzend davon.) und nach höchstens fünf Minuten hat der Präsident bereits alle Verkehrsregeln gebrochen, die ich kenne. Am Präsidentenpalast angekommen schlüpft er aus Bikerstiefeln und Lederjacke in seine spießige Amtskluft, erledigt ein paar Regierungsgeschäfte und zwei Stunden später brausen wir weiter. Insgesamt haben wir gut 50 Kilometer zurückgelegt - und damit nahezu das gesamte Straßennetz des Staates komplett abgefahren. Was habe ich dabei gelernt? Ich will auch Präsident werden, dann muss ich nie mehr Knöllchen zahlen...

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