Donnerstag, 19. Juni 2008

ZUHAUSE BEI BÜFFELKOWSKI

Die Löw-Kicker gegen Polen. Unser Kamerateam, vier Deutsche, hockt verängstitgt zwischen lauter enthusiasmierten polnischen Patrioten in einer Kneipe in der ostpolnischen Provinz und guckt Fußball. Vorsorglich geben wir allen Umsitzenden Bier aus und behaupten wahrheitswidrig, auch Polen den Sieg zu gönnen. Diese Vorsicht zahlt sich aus, der Abend verläuft harmonisch und hat, von leichten Kopfschmerzen am nächsten Morgen abgesehen, keine schädlichen Nebenwirkungen.
Am aufregendsten in Polen war natürlich die Wisent-Pirsch im äußersten Osten des Landes, an der Grenze zu Weißrussland. Die Wisente sind sozusagen die europäische Variante des aus zahllosen Indianerfilmen bekannten US-Bison-Modells. Genauso groß, genauso zottelig, aber eben nicht in der Prärie, sondern im europäischen Mischwald unterwegs. Einige Tiere haben Halsbänder mit Funkgeräten, so konnten wir sie lokalisieren und filmen. Nahaufnahmen haben wir dann auf einer Zuchtstation nachgedreht. Die Viecher sind wirklich urig. Ich bin froh, von keinem auf die Hörner genommen worden zu sein. Grund zum Böse sein hätten sie: Sie waren bereits ausgerottet - so um 1920 wurde das letzte Exemplar erschossen - konnten dann aber aus einigen Zootieren nachgezüchtet und wieder angesiedelt werden. Heute leben im polnischen Teil des Bialowieza-Nationalparks schon wieder einige hundert Exemplare.
Viel zahlreicher ist eine andere Tierart im Narew-Gebiet, einem sumpfigen Binnendelta, in dem man wirklich nicht Frosch sein möchte, weil es dort nämlich so ungefähr 15.000 Storchenpaare gibt, das entspricht zehn Prozent der Weltpopulation. Auf fast jedem Bauernhofdach und Telefgrafenmast brüten die Vögel. Unglaublicher Anblick. Einheimische und Touristen freuen sich über die klappernden Zugvögel. Nur die Frösche dürften anderer Meinung sein und Polen neben Frankreich als No-Go-Area ansehen.
Dann gab es noch drei Tage Dreh im Kölner Zoo, im Auftrag des ZDF, zu sehen im TV ab Ende August.
Und morgen früh - ganz früh! - geht es schon wieder weiter: Eine Expedtion durch Kanada, auf der Suche nach den Grizzlys. Anfang Juli bin ich zurück - und wenn die Bären nicht alle Kabel abkauen, melde ich mich auch von unterwegs.

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