Sonntag, 24. August 2008

VON ALASKA NACH AFRIKA


Genau eine Nacht daheim in Hamburg und schon geht´s weiter: In Afrika drehen wir in den kommenden vier Wochen zwei weitere Folgen für die Arte-Reihe "Steffens entdeckt...", womit wir dann bereits fünf von insgesamt zehn Folgen fertig haben werden. Zunächst düsen wir nach Namibia, in den Caprivi-Streifen, wo wir vom Abschuss gefährdete Geparden einfangen und in die Sicherheit eines Nationalparks verfrachten wollen. Danach stehen noch Sambia, Mozambique und Zimbabwe auf dem Reiseplan. Wahrscheinlich freuen sich mal wieder alle Parasiten, Bakterien und Viren im gesamten südlichen Afrika auf meinen Besuch. Und irgendwie freue ich mich auch, wir sind ja inzwischen alte Bekannte...
Am Montag läuft übrigens im ZDF, 15.15 Uhr, die neue Staffel der Zoo-Serie "Tierisch Kölsch" an - und ich bin mit dabei. Schön reinzappen!

Dienstag, 19. August 2008

BÄRENBEISSER

In Alaska geht gerade die Zeit der großen Lachswanderung zu Ende, wir sind gerade noch rechtzeitig gekommen, um die Grizzlybären beim Powerfishing zu beobachten. Mit dem Wasserflugzeug ging es morgens raus auf einen See und dann zu Fuß weiter, einem Flusslauf folgend. Nachdem ich es durch unsachgemäße Handhabung des Bären-Abwehrsprays geschafft hatte, meinen Kameramann einseitig erblinden zu lassen, fanden wir uns plötzlich auch noch in der Mitte von fünf Grizzlys wieder, die in Alaska auf Grund des fetten Lachsfutters so groß und stark werden wie nirgendwo sonst - 600 Kilo sind kein Problem. Da standen wir dann, gefangen, der Kameramann den Kopf im Fluss und ich hilflos mit dem Spray in alle Richtungen fuchtelnd. Fast eine Stunde lang. Und als wir dann irgendwann doch noch weiter ziehen konnten und mit dem Rest des Teams zusammentrafen, hatten die Grizzlys meinen Rucksack geplündert und meine Klamotten zerfetzt. Jetzt renne ich mit ärmellosem Fleece herum. Da freue ich mich doch auf die Rentiere, die wir morgen treffen - die sind nämlich Vegetarier und mögen bestimmt auch keine Thermojacken.

Samstag, 9. August 2008

VON KÖLN NACH ALASKA

Die ZDF-Zooserie "Tierisch Kölsch" ist abgedreht, die Auftaktsendung mit mir als Aushilfstierpfleger läuft am 25. August um 15.15 Uhr im Zweiten. 40 Folgen sind es insgesamt, jeweils montags bis freitags, und zwei Mal in jeder Woche werde auch ich dabei sein. Die Arbeit im Zoo war toll, auch wenn jetzt alle meine Klamotten nach Paviankacke, Seehundkot oder Zebrapipi riechen. Tierpfleger zu sein heißt nämlich in erster Linie: Ausmisten! Es macht sich ja keiner eine Vorstellung davon, wie viel Mist so ein Zoo jeden Tag produziert. Unglaublich!
In der kommenden Woche dann wieder eine richtige Expedition, dieses Mal aber im Schnelldurchlauf. Alaska in weniger als zwei Wochen, inklusive Vulkanbesteigung, Helikopter-Dreh, Kanu-Erdkundungsfahrten, Bären-Treffen, Hundeschlittentour und vielem, vielem mehr. Und natürlich - hoffentlich!! - auch wieder mit Elchen! Genug Stoff für mindestens zwei Monate Power-Travelling also - aber beim Fernsehen muss ja immer alles ganz, ganz schnell gehen, deshalb werden wir im Turbotempo durchs Land düsen.
Nachdem Grönlands Mücken mich zweieinhalb Wochen ausgesaugt haben, konnte ich in Köln immerhin wieder genug Blut bilden, um nun auch die Moskitos in Amerikas hohem Norden mit Futter zu versorgen. Kann mir irgendjemand erklären, warum die immer mich stechen?

Freitag, 1. August 2008

BETEN HILFT?

Zurück von Grönland - zum Glück zeigte sich der Polarsommer von seiner schönsten Seite, das Thermometer meldete nie weniger als 0 Grad, tagsüber wurde es manchmal sogar richtig gemütlich, bis 15 Grad warm. Eiderenten, Moschusochsen und Walrosse - wir waren ganz dicht dran.
Dafür lief die Anreise weniger glatt: Von Akureyri auf Island wollten wir mit einer zweimotorigen Dash-8 nach Daneborg auf Grönland übersetzen. Aber das war nicht so einfach, denn als ich nach ungefähr einer halben Flugstunde mal links aus dem Fenster guckte, musste ich feststellen, dass der Propeller gerade aufhörte, sich zu drehen. In 3.000 Meter Höhe. Acht Passagiere an Bord, zwei Piloten, eine Stewardess. Wir mussten kehrtmachen, Richtung Island, und versuchen, den Abflughafen zu erreichen. Als ich mich gerade damit abgefunden hatte, rief die Stewardess: "Kein Grund zur Beunruhigung, dieses Flugzeug fliegt auch mit einem Motor. Hat man mir gesagt. Aber ich glaube, es wäre besser, wenn wir jetzt alle beten." Mir ist bis heute nicht ganz klar, ob das wirklich nur ein Witz war.
Aber wir sind zurück nach Akureyri gekommen, das Flugzeug wurde repariert und wir flogen dann doch noch nach Daneborg und später mit einem Kleinflugzeug auf unsere Basisstation "Zackenberg" (siehe Foto). Als wir übrigens zweieinhalb Wochen später wieder in Akureyri waren, gab es wieder eine Notlandung auf dem Flugfeld. Es war wieder die Dash-8, mit der auch wir schon Pech gehabt hatten. Sie landete wieder mit nur einer laufenden Maschine, dieses Mal war das rechte Triebwerk kaputt. O man!
Ab Sonntag drehen wir übrigens wieder für die ZDF-Reihe "Tierisch Kölsch" im Kölner Zoo. Bis einschließlich Freitag, dann ist die Serie fertig und wird ab Ende August ausgestrahlt. Und in der kommenden Woche steht außerdem schon wieder eine Expedition an, dieses Mal nach Alaska. Da soll es noch mehr blutgierige Mücken geben als auf Grönland. Mist!

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