Donnerstag, 13. November 2008

GEHT DOCH!


Das Foto habe ich heute morgen geschossen - und genauso gut ging es den ganzen Tag weiter. Der Dreh in Argentinien läuft prima, gestern habe ich Kondor-Küken gefüttert und heute vor der Halbinsel Valdez ein Rendevouz mit Walen genossen. Besser geht es kaum, da fühlt sich mein Beruf mal wieder richtig gut an. Vor allem, weil es hier in Patagonien auch gute Nachrichten für die Natur gibt: Die Glattwale, zu denen auch die Südlichen Glattale vor Valdez gehören, waren früher die von allen Walarten am stärksten bejagten, auf Englisch heißen sie daher "Right Wales", also "richtige Wale", denn das war es, was die Walfänger riefen, wenn sie so ein Tier sahen. Sie waren die "richtigen", denn sie waren zutraulich und leicht zu töten und folglich auch die ersten, die nahezu ausgerottet waren. Zum Glück wurden sie dann bereits in den 1930ern unter strengen Schutz gestellt. Resultat: Vor Valdez leben heute zehn Mal so viele Wale wie damals, insgesamt ungefähr 5.000. Auch weltweit ist der Bestand relativ stabil. Das zeigt: Es geht doch! Artenschutz funktioniert wirklich! Man muss es halt nur wirklich wollen...

Samstag, 8. November 2008

FUSSBALLFELDER


Ungefaehr alle 12 Sekunden verschwindet ein Stueck Amazonasregenwald in der Groesse eines Fussballfeldes. Wird einfach platt gemacht, um Platz fuer Sojamonokulturen, Rinderweiden oder andere Zwecke zu machen. Alle 12 Sekunden! Tag fuer Tag, rund um die Uhr. Meistens durch Brandrodung, wie auf dem Foto. Dabei werden gigantische Mengen Kohlendioxid freigesetzt, die vorher in den Baeumen gespeichert waren. Deshalb zaehlt das nur duenn industrialisierte Brasilien auch zu den groessten Treibhausproduzenten der Welt. Noch steht etwa 80 Prozent des Regenwaldes - und damit das so bleibt, sollten wir auf absurd billige Milch, billiges Fleisch und unlizensierte Tropenhoelzer verzichten. Waere doch echt schade, wenn wir in einigen Jahren keine tollen Amazonas-Dokus mehr gucken koennten, sondern nur noch Filme ueber Muecken und Kakerlaken. Ausgerechnet diese Arten sind naemlich ueberhaupt nicht vom Aussterben bedroht.
Ansonsten: Morgen geht es weiter, von Brasilien rueber nach Argentinien, an die patagonische Kueste. Endlich nicht mehr schwitzen! Und keine Moskitos!! Yesssss!!!

Mittwoch, 5. November 2008

KINSKIS BOOT


Dieses Foto muss ich natuerlich noch nachliefern: Damit fahren wir auf dem Rio Negro rum. Komme mir schon ein bisschen vor wie der irre Kinski in Fitzceraldo...

FEIERABEND


Das Team im Rio Negro mit Bier und Boot: Die Hitze im Amazonasgebiet ist wirklich brutal. Hoehepunkt des Tages ist deshalb sein Ende. Feierabend. Wenn die Sonne endlich, endlich untergeht und es zumindest ein halbes Grad kuehler wird, goennen wir uns ein Bad im Fluss. Es gibt hier zwar Piranhas, Zitteraale, fiese Stachelrochen und noch fiesere Candirus, die da rein schwimmen, wo es besonders weh tut - aber wenn man so viel schwitzt wie wir, kann man irgendwann einfach nicht widerstehen und muss rein in den Fluss. Zum Glueck haben wir auch einen Kuehlschrank an Bord unseres Flussdampfers im Fitzceraldo-Stil. Das sind dann Momente echten Gluecks! Ansonsten laeuft der Dreh prima, ich konnte schon mit Manatis und Amazonas-Flussdelfinen kuscheln. Und ich habe immer noch keinen neuen Parasiten. Obwohl es seit ein paar Stunden wieder so komisch rumort in meinem Bauch...

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