Dienstag, 30. Juni 2009

Da habe ich mich auf meinen Sommer in Hamburg gefreut und jetzt das: Die Handwerker zerlegen gerade mit ihrem Presslufthammer meinen Balkon, die ganze Bude dröhnt. "Notwendige Sanierungsarbeiten" sagen sie, "dauert nur eine Woche". Aha.

Morgen werde ich aber eh nicht daheim sein, denn dann steigt in Berlin die große WWF-Night. Als Botschafter der Umweltschutzorganisation habe ich auch eine Einladung bekommen und soll sogar eine kleine Rede halten. Hi, hi, ich werde dann mal versuchen, die manchmal etwas spröde Öko-Szene ein bisschen aufzumischen. Anlass der Umwelt-Sommerparty ist die Einweihung der neuen WWF-Zentrale in Berlin. Da sitzen die Naturschützer mit dem Panda-Label nun in Sichtweite der Regierenden - und können denen künftig hoffentlich noch effizienter auf die Pelle rücken. Zur Zeit engagiert sich der WWF weltweit in über 1.500 Klima-, Arten- und Naturschutzprojekten. Viel. Aber noch lange nicht genug.

O nein! Jetzt fängt der Presslufthammerterror wieder an. Ich mach mich besser aus dem Staub...

Donnerstag, 18. Juni 2009

Paviane sind in den meisten Gegenden Afrikas ungefähr so beliebt wie die Schweinegrippe. Sie klauen den Menschen alles, was nicht niet- und nagelfest ist, randalieren auf Farmen und plündern Äcker. Außerdem können sie ziemlich aggressiv sein. Viele Farmer erschießen deshalb die Affen, sobald sich diese in Reichweite ihrer Gewehre wagen. Aber Rita Miljo, eine deutschstämmige Dame in den 70ern, meint, alle Tiere hätten das Recht auf eine würdige Behandlung und keines dürfe getötet werden. Also ist sie in Südafrika inzwischen als "Pavian-Lady" bekannt, die mit den Tieren Haus und Hof teilt. Ihre Tierschutzorganisation ist wahrscheinlich die einzige, die sich für die ungeliebten "Baboons" einsetzt. Wir haben sie während unserer Drehreise besucht und waren von der resoluten Affen-Lady schwer beeindruckt. Und beim Anblick der kleinen Babies mit ihren Nuckelflaschen ist es gar nicht mehr schwer zu verstehen, warum Rita die Paviane so liebt.
Unsere Afrika-Expedition ist glücklich zu Ende gegangen, alle sind heil wieder daheim angekommen. Jetzt mache ich Urlaub, eine ganze Woche lang!

Donnerstag, 11. Juni 2009

PRESSEERKLÄRUNG: PALAU BESTÄTIGT AUFNAHME VON GUANTANAMO-HÄFTLINGEN

In meiner Funktion als Honorarkonsul der Republik Palau gebe ich, autorisiert durch den Präsidenten der Republik, Johnson Toribiong, und die Außenministerin, Sandra Sumang Pierantozzi, folgendes bekannt:

Die Regierung der Republik Palau hat beschlossen, 17 Guantanamo-Häftlingen, die zur chinesischen Volksgruppe der Uiguren gehören, die Einreise und den Aufenthalt in ihr Land zu gestatten. Die Regierung unter Leitung von Präsident Johnson Toribiong entspricht damit einer Anfrage der US-Außenministerin Hillary Rodham Clinton.

Bereits Ende dieser Woche soll eine palauische Delegation in das Gefangenenlager auf Kuba reisen, um “die Identität der betroffenen Häftlinge, ihren Gesundheitszustand und ihre Bereitschaft, nach Palau einzureisen” zu überprüfen, gab Toribiong heute bekannt. Sollten die Häftlinge ihrer Überstellung in den Pazifikstaat zustimmen, stehe “einer zeitnahen Überführung nichts im Wege”. Allerdings müssten zunächst noch die gegenwärtig laufenden Gespräche mit der US-Regierung “über die genauen Modalitäten abgeschlossen” werden. Dazu gehöre eine Übereinkunft, in welcher Form die USA den Transport der betroffenen Männer organisieren wollen. Außerdem gelte es, “alle sicherheitsrelevanten Fragen zu klären, die notwendigen administrativen Schritte einzuleiten sowie die Unterbringung der Noch-Häftlinge zu organisieren”. All dies werde “in engster Abstimmung mit unseren amerikanischen Freunden” geschehen, betont der Präsident. Toribiong erwartet “keinerlei Sicherheitsprobleme” für sein Land, “da es sich bei den betroffenen Personen um unschuldige Männer handelt, von denen aller Wahrscheinlichkeit nach keine Bedrohung ausgehen wird”. Zur Begründung seiner Entscheidung meint der Präsident, sie sei erfolgt "in Übereinstimmung mit der uralten Tradition Palaus, Menschen in Not Obdach und Hilfe zu gewähren."

Außenministerin Pierantozzi dementierte Berichte auch in deutschen Medien, wonach Palau als Gegenleistung für die Aufnahme der Guantanamo-Häftlinge 200 Millionen US-Dollar erhalte. Es gebe “keinen Deal Gefangene für Geld”. Offenbar seien Falschmeldungen in US-Medien ungeprüft übernommen worden, fügte Pierantozzi hinzu. Vereinbart sei bisher lediglich die Zahlung von “85.000 US-Dollar pro Häftling” als Kompensation für die dem kleinen Land entstehenden Kosten. Im Übrigen sei die Regierung “nach der langjährigen und bedingungslosen Unterstützung unseres Landes durch die USA nun froh, auch einmal etwas für die Vereinigten Staaten tun zu können.”

Am 5. Juni hatte US-Außenministerin Hillary Rodham Clinton über ihren Botschafter in Koror angefragt, ob “angesichts der exzellenten Beziehungen zwischen den USA und Palau sowie dem gemeinsamen Einsatz für humanitäre Werte” Palau sich nicht in einer Position befinde, in der “die Bitte um Unterstützung bei der schwierigen Aufgabe der Umsiedlung bestimmter Häftlinge, die zur Zeit in Guantanamo Bay einsitzen, positiv beantwortet werden könne.” Dies würde “die ohnehin schon starke und besondere Beziehung” der beiden Staaten noch “weiter vertiefen”. Bereits einen Tag später, am 6. Juni, erklärte die Regierung von Palau dann ihre Bereitschaft, die Häftlinge aufzunehmen.

Wann die Männer nach Palau kommen, wo genau sie wohnen und welche Freiheiten ihnen eingeräumt werden, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Eine gemeinsame Unterbringung aller Häftlinge sei für die Anfangszeit geplant, Toribiong betonte aber, “die Männer werden in Palau keine Gefangenen sein”. Über die Dauer des Aufenthaltes der 17 Uiguren werde das Parlament der Republik regelmäßig beraten und dann “der jeweiligen Situation enstsprechend entscheiden.”

Der Pazifikstaat Palau hat knapp 20.000 Einwohner und verfügt über keine eigene Armee. Die Landesverteidigung obliegt den Vereinigten Staaten von Amerika.

Dienstag, 9. Juni 2009

HATARI


Im Spielfilmklassiker Hatari geben John Wayne und Hardy Krueger die harten Tierfilm-Jungs. Im echten Krueger Nationalpark ist der echte Marius Krueger ein echter Tierfaenger. Auf dem Foto fuehrt er gerade eines der vier (!) Nashoerner, die wir heute morgen gefangen haben, zum wartenden Transport-LKW. Ich schiebe von hinten, mit Sicherheitsabstand zu den Hoernern. Die ganze Fangaktion lief erstaunlich schnell und unaufgeregt ab: Der Tierarzt feuert vom Helikopter sein Betaeubungsgewehr ab, dann erledigt das Bodenteam unter Marius Leitung den Rest. Die Fangprofis versuchen dabei zu verhindern, dass ein Nashorn wirklich "betaeubt" wird, es soll idealerweise so benebelt sein, dass es harmlos aber noch faehig ist, auf eigenen Fuessen zu stehen. Denn so laesst es sich bequem und schonend in den Kaefig schieben, ohne dass Seile und Kraene eingesetzt werden muessen. Die bergen immer ein hohes Verletzungsrisiko fuer die Tiere. Die gefangenen Wildtiere aus dem Kruegerpark werden spaeter in anderen, weniger wildreichen Regionen wieder freigelassen oder verkauft. Der Erloes dient dann wieder dem Naturschutz - eine gute Sache also.

Nach diesem aufregenden Tag und dem Abstecher nach Mosambik, wo wir eine Anti-Wilderer-Einheit besucht haben, bleiben uns noch zwei Tage im Krueger Park. Danach duesen wir in den Caprivi Streifen nach Namibia. Keine Nashoerner fangen, dafuer Loewen. Kein Wunder, dass ich meinen Job gerade mal wieder so richtig liebe, oder?

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