Donnerstag, 25. Februar 2010

GOLD!

Unsere ZDF-Doku-Reihe "Expedition Erde", für die wir ja gerade in Ghana waren, wird sich damit befassen, wie die Elemente (Feuer, Wasser, Luft, Erde) die menschliche Geschichte beeinflusst und vorangetrieben haben. Natürlich geht es also auch um Metalle, deren Verarbeitung ja ein riesiger zivilisatorischer Schritt war. 

Für den entsprechenden Moderationsdreh sind ZDF-Kameramann Michael Habermehl und ich in eine Goldmine bei Kumasi geklettert - und das war eine sehr bedrückende Erfahrung. Es gibt fast keine Sicherheitsvorkehrungen, die Arbeiter schuften unter wirklich harten Bedingungen in Schächten und Stollen, die ständig nach Einsturz aussehen und so eng sind, dass man sich an vielen Stellen nur auf dem Bauch kriechend vorwärts bewegen kann.


In genau so einem Stollen hat Michael dieses Foto geschossen. Kein Ort für klaustrophobische Menschen - und erstaunlich, dass Michael es mit seiner großen Kamera da unten in der Dunkelheit überhaupt geschafft hat zu filmen. Wir durften nach kurzer Zeit wieder an die Oberfläche klettern, die Arbeiter aber müssen jeden Tag in der Tiefe malochen. Außerdem stehen viele ghanaische Minen unter Verdacht, Quecksilber und andere umwelt- und menschenschädigende Chemikalien zu verwenden. Die Gier nach Gold ist offenbar ungebrochen und so schädlich wie eh und je in der menschlichen Geschichte.

Montag, 22. Februar 2010

DIRK DARF FERNSEHEN

Bin erst seit einer Stunde aus Ghana zurück und schon gibt es die neue Meldung, ganz offiziell: Im Sommer werde ich im ZDF eine Talkshow rund um Wissensthemen moderieren dürfen, die in der Sommerpause von Markus Lanz am Dienstag und Donnerstag ausgestrahlt werden soll. Und zwar im Juli und August und noch ein ganz bisschen im September. Insgesamt werden es wohl 14 Ausgaben werden. Sobald Markus aus dem Urlaub zurück und dann auch Jörg Pilawa beim ZDF angekommen sein wird, darf ich dann wieder TV-Expeditionen in ferne Länder unternehmen. Das Jahr ist geplant - und ich hoffe, die Zuschauer gucken auch zu, wenn ich mal nicht im Regenwald, sondern ganz brav und sauber in einem Studio sitze!?

Außerdem läuft morgen um 20.15 Uhr im ZDF meine neue Staffel "Faszination Erde" an. Folge eins ist eine etwas überarbeitete Fassung der Neuseeland-Sendung, danach dann die komplett neuen Filme über das "Herz von Afrika" (Dienstag, 2. März, 20.15 Uhr), Panama (Sonntag, 7. März, 19.30 Uhr) sowie Patagonien (Dienstag, 9. März, 20.15 Uhr). 

Und dann noch mehr Ankündigungen: Übermorgen werde ich, sofern mein Wecker rechtzeitig klingelt, live zu Gast im Sat1 Frühstücksfernsehen sein und dort ein bisschen über meine Arbeit plaudern. Und am 3. März soll in der ARD die Sendung "Das Duell im Ersten" um 18.50 Uhr ausgestrahlt werden, in der ich als Quizzkandidat war. Jetzt aber genug angekündigt - der Koffer ist noch nicht ausgepackt und die Sachen müffeln so, dass nicht mal die Katze den Geruch ertragen kann. Also ab jetzt: Waschtag!

Donnerstag, 18. Februar 2010

SKLAVENTOR


Seit drei Tagen sind wir in Ghana unterwegs, um Moderationen für die BBC/ZDF-Koproduktion "Expedition Erde" zu drehen. Heute haben wir in der alten Festung "Elmina" gefilmt, die bis Mitte des 19. Jahrhunderts ein wichtiger Umschlagplatz des Sklavenhandels war. Unzählige haben die brutalen Misshandlungen nicht überlebt. Nach Wochen oder Monaten im dunklen Kerker war der schmale Durchgang auf dem Foto das "Tor ohne Wiederkehr", denn wer hier durch musste, gelangte über eine schmale Planke auf ein Sklavenschiff und wurde nach Amerika verschleppt. Millionen wurden so versklavt. Tröstlich: in der Festung, die heute ein Denkmal ist, habe ich viele US-Bürger getroffen - Afroamerikaner, die hier den Spuren ihrer Vorfahren folgen und ihre Herkunft erforschen. War ein sehr intensiver, nachdenklich stimmender Drehtag!

Montag, 15. Februar 2010

ABENTEUER HAMBURG

Da das Leben wahrscheinlich nur Spaß macht, wenn man jeden Tag mindestens eine Regel bricht, ist zur Zeit jeden Tag Alstervergnügen in Hamburg. Die Außenalster, unser heiliges Innenstadtgewässer, ist zwar schon seit Wochen zugefroren, aber die behördlich geforderte Eisdicke (ich glaube 20 Zentimeter) ist nicht überall erreicht und deshalb gibt es auch keine offizielle Genehmigung für eine Riesenparty auf dem Eis mit Fressbuden und Glühweinständen. Selbstverständlich hält das außer den Fressbudenbetreibern niemanden davon ab, sich auf der Alster zu vergnügen. Mich auch nicht. Habe gestern den Weg ins Café abgekürzt und bin übers Wasser gelaufen. Dabei musste ich an Lewis Pugh denken, genannt "der Eisbär". Der ist vor zweieinhalb Jahren als erster Mensch am NORDPOL geschwommen: Einen Kilometer weit in 19 Minuten. Bei MINUS 1,8 Grad Wassertemperatur! Wissenschaftlich betrachtet sind Pughs Schwimmtouren unmöglich, da ein "normaler" Mensch in Eiswasser schon nach Sekunden hyperventiliert, dann schießen Herzschlag und Blutdruck hoch, der Tod kommt meist nach wenigen Minuten. Nur nicht bei Lewis Pugh. Der Mann ist ein Wunder und kennt offenbar keinen Schmerz. Und ich weiß, wovon ich da rede, bin schließlich selber schon häufiger im Eiswasser gewesen (meist unfreiwillig!). Zum Glück nicht gestern, das Alstereis hat gehalten.
Jetzt fahre ich gleich zur ARD, denn da bin heute Showgast bei "Das Duell" und werde versuchen, Geld für ein Tigerprojekt des WWF zu gewinnen. Daumen drücken! Ausstrahlungstermin teile ich noch mit.

Samstag, 6. Februar 2010

MEAT MAN

Da staunt er nicht schlecht, unser Tonmann John Catell: Zum Mittag wollte er eigentlich nur eine Kleinigkeit zu sich nehmen - und dann kam das hier! Ein Steak in der Größe einer kleinen Kuh! Unser Abschiedsessen in Buenos Aires verlief also zumindest kulinarisch genau so wie die gesamte vorausgegangene Reise. Die Portionen sind riesig und Vegetarier haben schlechte (Speise-) karten.

Von der zwar hochwertigen aber auf Dauer doch etwas ermüdenden Fleischkost mal abgesehen, war die Panama/Patagonien-Tour sehr geschmeidig und insbesondere der Süden Argentiniens begeisterte mal wieder mit seiner großartigen Landschaft. Meine persönlichen Höhepunkte der fast einen Monat langen Reise: Cowboy-Spiele mit Chupete (siehe vorausgegangener Blog) und Pinguinfangen in Punta Tombo! Patagonien ist halt einfach klasse!

Sogar die Rückreise hat reibungslos geklappt: Nach über 15.000 Kilometern Anreise bin ich direkt vom Flughafen aus mit meiner Frau ins Stadion und wir waren auf die Sekunde pünktlich, um den Einlauf des FC St. Pauli zu den Glockenklängen von AC/DC live mitverfolgen zu können. 2:1 gewonnen gegen Karlsruhe haben wir auch noch, es war also ein perfekter Reiseabschluss. Und jetzt werde ich zwei Tage lang schlafen. Gute Nacht!

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