Montag, 14. März 2011

TEMPEL UND TRAUER

Angkor Wat - das war mal wieder eines dieser Erlebnisse, die mir auch nach 20 Jahren auf Reisen immer wieder begegnen. Ich war erstaunt, beeindruckt, fasziniert - und dankbar, so einen wunderbaren Ort mit eigenen Augen bestaunen zu dürfen. Die Tempelstadt von Angkor Wat ist im Gegensatz zu vielen anderen, denen man Ähnliches nachsagt, tatsächlich einer der ganz und gar fantastischen Orte auf dieser Erde. Bereits vor knapp 1.000 Jahren lebten hier 1 Million Menschen in einem Gebiet, das etwas größer ist als Berlin. Damals wahrscheinlich die größte Stadt der Welt und das Zentrum des Khmer-Reiches. Und auch wenn heute nur noch Ruinen übrig sind - selbst die sind so wunderschön, dass sie jeden Besucher unweigerlich in ihren Bann ziehen.

Während ich im Flugzeug ein paar tausend Meter über Asien Richtung Heimat saß, bebte vor der Küste von Japan die Erde. Die schrecklichen Nachrichten erreichten mich erst nach der Landung in Deutschland. Noch im September/Oktober war ich für die ZDF-Reihe Terra X selbst in Japan. Ich kletterte damals auf den Vulkan Aso, der gar nicht weit von jenem entfernt ist, der nun in Folge des Erdbebens ausgebrochen ist. Und in Tokio habe ich ausgerechnet die Wissenschaftler getroffen, die ihre Arbeit der Erforschung von Tsunamis und dem Küstenschutz gewidmet haben. Das Foto zeigt mich mit einem der Forscher in dem Tsunami-Wellenkanal, in dem künstliche Wellen erzeugt werden, um sie besser untersuchen zu können. Niemals hätte ich damit gerechnet, dass unser Thema schon so bald so schreckliche Bedeutung erlangen würde. Die ständig steigende Zahl der Todesopfer ist von lähmender Grausamkeit. Die zusätzliche Bedrohung durch außer Kontrolle geratene Atomkraftwerke erschüttert und entsetzt mich. Eine so gefährliche Technologie an einer Küste zu installieren, von der man schon lange weiß, wie stark sie durch Erdbeben und Tsunamis bedroht ist - das kann ich nicht verstehen.

Kommentare:

Betty hat gesagt…

Hallo Dirk,

schön mal wieder was von dir zu hören.
Du sprichst mir aus der Seele, ich kann soetwas auch nicht verstehen, ich bin total schockiert über das viele Unheil welches über Japan herein gebrochen ist.

Dirk Müller hat gesagt…

Vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihren Standpunkt in der gestrigen Sendung bei Markus Lanz! Weiter So!
Nur wer sich öfter mit der Natur befasst, weiß, welche Auswirkungen die Technologien der Menschen haben.
Freundliche Grüße aus Berlin
Dirk Müller

Dirk Steffens hat gesagt…

Vielleicht ist die Katastrophe in Japan ja auch eine Chance. Denn sie zeigt, dass die Bedenken von Atomkraftgegnern mehr sind als irrationale Ängste. Ein Super-GAU ist möglich - und das sollte die Politik bei ihren Entscheidungen berücksichtigen.

Carolin Hertlein hat gesagt…

Ich muss mich Dirk Müller anschließen - toller Auftritt/ Standpunkt bei Markus Lanz! Machen Sie so weiter!

Viele Grüße vom Bodensee

Betty hat gesagt…

Immerhin hat es die Debatte für/gegen Atomkraft wieder vollends aufgeheizt.
Und manche Länder denken nochmals besser nach ob sie Atomkraftwerke bauen sollen (z.B. Venezuela)

Viele Grüße von "Nähe" Bodensee ;)

Patrizia hat gesagt…

Ich bin da leider weniger optimistisch! Derzeit sind Wahlen, also wird mit der Meinung der Mehrheit gefahren. Die Pausierung der AKWs in Deutschland wird nicht von Dauer sein und schon bald wird wieder Normalität einkehren - vor allem, wenn es nicht zu einer Kernschmelze in Japan kommt, weil man dann ja die Ausrede "Es ist ja nochmal gut gegangen" benutzen kann!

Und dabei wäre es wirklich kein Hexenwerk, auf saubere Energie umzusteigen!

Mir tun nur die Leute in Japan fürchterlich leid - aber erstmal bin ich erleichtert, dass alle Japaner, die ich persönlich kenne, nicht unmittelbar betroffen sind!

Bleibt nur zu hoffen, dass wir es nicht nur als Chance sehen, sondern diese auch nutzen!

Dirk Steffens hat gesagt…

Übrigens, und jetzt spreche ich mal in meiner Eigenschaft als WWF-Botschafter: Es gibt sehr handfeste und gut durchgerechnete Pläne, wie Deutschland bis 2050 seine CO2 Emissionen - natürlich KOMPLETT ohne Atomkraft - um über 90 Prozent reduzieren kann, ohne dass dabei eine unzumutbare finanzielle Belastung der Verbraucher entstehen würde. Man muss es halt nur wollen und konsequent durchsetzen...

sigmundo hat gesagt…

durch die soeben aus den 'expeditionen an den rand der schöpfung' genossene bartgeschichte (rasieren macht blind) fühle ich mich enorm bestärkt, meine barthaare so lange wachsen zu lassen, bis alle akws - global!- endgültig abgeschaltet sind! thx! :)
http://siglogmundo.wordpress.com/2011/03/20/hairlipro/

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