Freitag, 20. Juli 2012

WALDSPAZIERGANG




Von Svalbard aus betrachtet wächst der nächste ordentliche Baum fast 1.000 Kilometer entfernt. Zum Waldspaziergang musste ich deshalb tief in die eisigen Berge einfahren, in Grube 7 des Longyear-Flözes. Die Bäume da unten sind zwar seit 60 Millionen Jahren tot und inzwischen versteinert, die Tour war aber genauso faszinierend, als hätte sie durch einen intakten Wald geführt.
Spitzbergen ist in den vergangenen 600 Millionen Jahren etwa 11.000 Kilometer weit um die Erde gereist und hat dabei die unterschiedlichsten Klimazonen durchquert. Während der wärmeren war das Land fruchtbar und aus dieser Zeit stammt die Kohle. Um das zu erläutern, sind wir also mit den Bergleuten eingefahren. Leider habe ich vergessen zu fragen, wie man den Kohlestaub wieder runterbekommt ... hartnäckig .... besonders unter den Augen .. sehe auch nach intensivem Gedusche aus, als wollte ich zu einem Pirates-Of-The-Caribean-Kostümball.
DS

LEBEN RELOADED




Irgendwas ist ja immer: Ausbrüche von Supervulkanen, Meteoriteneinschläge, fiese Seuchen oder Klimawandel. Das Leben auf unserem Planeten ist ständig bedroht. Im Verlauf der Evolution ist es schon ein paar Mal ziemlich eng geworden - aber nach jeder großen Katastrophe hat das Leben bisher einen neuen Weg gefunden. Auf das nächste Inferno, was immer es auch sein mag, sind wir zumindest ein bisschen vorbereitet: In den Permafrostboden von Spitzbergen hat man die wahrscheinlich größte Samenbank der Welt gesetzt, die Svalbard Seed Vault. Ein unterirdischer Bunker, der jede Katastrophe überstehen kann - mitsamt der irgendwann wohl viereinhalb Millionen Pflanzensamen, die hier eingelagert werden sollen. Den Eingang in die Samenfestung seht Ihr auf dem Foto. Ziel des Projektes: Nach dem Weltuntergang mit den Samen eine neue Landwirtschaft aufbauen, damit die Überlebenden nicht hungern müssen. Endlich mal eine Bank, der man vertrauen kann!

Grüße aus Longyearbyen, wo ich gerade um 1 Uhr nachts bei hellstem Tageslicht schlaflos rumsitze. Und sündhaft teures Bier trinke.

DS

Sonntag, 15. Juli 2012

VOLL VERSUMPFT

Ein Experiment nach meinem Geschmack: Dreckig, draussen und aus der Rubrik "das wollte ich schon immer mal ausprobieren". Fuer TerraXpress habe ich mich in einem norddeutschen Moor versenkt, um nachzustellen, was vor einiger Zeit vier Jungs tatsaechlich passiert ist: Sie wollten auf dem Weg zu einer Party durch den Wald abkuerzen und sind dann schon unterwegs voll versackt - im Moor. Einsatz der Feuerwehr, aufwaendige Rettungsaktion. Als ich in den Modder gehoppst bin, musste ich schnell feststellen: Wer tiefer als bis zur Huefte drinsteckt, kann sich aus eigener Kraft kaum noch befreien. Die gute Nachricht: Wer sich nicht bewegt, versinkt nicht. Die schlechte: Man stirbt trotzdem nach einigen Stunden, weil dieses Moor auch im Sommer so kalt ist, dass Auskuehlung schnell zum Problem wird. Mich hat aber rechtzeitig die Feuerwehr von Ruhwinkel rausgezogen und in der Wache unter die heisse Dusche gestellt. Danke Jungs! Und sorry, dass ich dabei Euer ganzes Spritzenhaus eingesaut habe...

Zu sehen wird das Experiment natuerlich bei TerraXpress sein, immer sonntags umd 18:30 Uhr.
DS

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